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Sonder- pädagogischer Förderbedarf

Rundschreiben Nr. 23/2016

Richtlinien für Differenzierungs- und Steuerungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs (SPF)

Verteiler: Landesschulräte/Stadtschulrat für Wien, Ämter der Landesregierungen,
Pädagogische Hochschulen

Sachgebiet: Pädagogische Angelegenheiten

Inhalt: Richtlinien für Differenzierungs- und Steuerungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs (SPF)

Geltung: unbefristet

Rechtsgrundlage: §§ 8, 8a SchPflG

Schülerinnen und Schüler mit einer psychischen oder physischen Behinderung haben ein Rechtauf sonderpädagogische Förderung. Dafür sind spezifische pädagogische Maßnahmenvorgesehen, für die auch eigene Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die Zuteilung der für diekontinuierliche Begleitung und Unterstützung definierten Ressourcen wird im Finanzausgleichzwischen Bund und Ländern geregelt. Durch ein transparentes Verfahren der Bescheiderstellung wird sichergestellt, dass die Mittel für die sonderpädagogische Förderung bedarfsgerecht der dafür vorgesehenen Zielgruppe zugutekommen.Die SPF-Quote ist in den letzten Jahren österreichweit merklich gestiegen. Da weder nationalenoch internationale Kennzahlen auf eine vergleichbare Zunahme von Behinderungen hinweisen,kann davon ausgegangen werden, dass dies auf die Praxis der Feststellung des SPFzurückzuführen ist.Um die Unterstützung, Begleitung und Förderung von Schüler/innen mit Behinderungen sicherzu stellen, darf sich die Vergabepraxis des SPF ausschließlich nach der Intention des § 8 desSchulpflichtgesetzes richten.Neben den in der Folge dargestellten verfahrensrechtlichen Vorgaben ist insbesondere auf dreiAspekte zu achten:1. die Ausschöpfung aller pädagogischen Maßnahmen im Rahmen des allgemeinen Schulwesens;2. die Diagnose einer Behinderung (Störung);3. die Begründung, warum der Schüler / die Schülerin infolge der Behinderung dem Unterrichtohne sonderpädagogische Förderung nicht zu folgen vermag.

Mit dem Rundschreiben Nr. 23/2016 des Bundesministeriums für Bildung werden denSchulbehörden Richtlinien für Differenzierungs- und Steuerungsmaßnahmen im Zusammenhangmit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs übermittelt. Diese zielen auf eineSteigerung der Treffsicherheit und eine Erhöhung der Transparenz sowie eine Entflechtung vonder Anzahl an SPF-Bescheiden und der Ressourcenzuweisung ab.Das Rundschreiben Nr. 23/2016 wird den Landesschulräten/dem Stadtschulrat für Wien, denÄmtern der Landesregierungen sowie den Pädagogischen Hochschulen zur Kenntnis gebracht.Eine Abschrift dieses Schreibens ergeht an die Schulaufsicht (Landesschulinspektor/innen und Pflichtschulinspektor/innen). Es wird darauf hingewiesen, dass durch das gegenständliche Rundschreiben das RundschreibenNr. 19/2008 (Richtlinien für Differenzierungs- und Steuerungsmaßnahmen im Zusammenhang mitder Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs) außer Kraft gesetzt wird.


Wien, 20. April 2017
Für die Bundesministerin:
SektChef Kurt Nekula, M.A.

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