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Heilstättenschule

Informationen

Was ist die Heilstättenschule?

Jedes Kind könnte in die Lage kommen, sich einem Krankenhausaufenthalt unterziehen zu müssen. Dort kommt dann zur Sorge um den Gesundheitszustand auch noch die Sorge um die weitere schulische Laufbahn der Kinder.

Die Heilstättenschule ist den wenigsten Leuten ein Begriff. Erklärt man, dass es sich dabei um die Schule im Krankenhaus handelt, vermuten die meisten, dass damit die Schule für Krankenschwestern und Krankenpfleger gemeint sei.

Erklärt man weiter, dass es sich um die Schule für stationär aufgenommene Kinder handelt, wird manchmal die Befürchtung geäußert, dass die Kinder zusätzlich zur Belastung durch ihre Krankheit auch noch einer Belastung durch Unterricht ausgesetzt sind.

Es ist daher eine wichtige Aufgabe der Heilstättenlehrkräfte, verständlichen Sorgen um das Wohlergehen der Kinder entgegenzuwirken.

Schon am Anfang des 20. Jahrhunderts haben Frauen in Schweden auf privater Basis und unentgeltlich begonnen, Kinder in Krankenhäusern schulisch zu betreuen. Bald haben Ärzte und Ärztinnen erkannt, dass sich diese Unterstützung vorteilhaft auf das Befinden ihrer Patienten und Patientinnen auswirkt und haben die offizielle Einführung des Unterrichts im Krankenhaus erwirkt.

Ursprünglich waren viele Heilstättenklassen an "Hilfsschulen", den späteren "Allgemeinen Sonderschulen", oder an Schulen für körperbehinderte Kinder angeschlossen. Die Heilstättenschule in Wien z. B. begann als Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht an der Universitätsklinik und wurde im Schuljahr 1939/40 aufgelöst. Stattdessen wurden noch im selben Jahr zwei "Sonderklassen" eröffnet, die an eine Volksschule angeschlossen waren und die dem Inspektorat für Sonderschulen unterstanden.

Werden in einer Krankenanstalt nur wenige Heilstättenklassen geführt, sind diese auch heute einer Sonderschule oder einer anderen Pflichtschule angeschlossen. Bei einer höheren Klassenanzahl kann eine Heilstättenschule an einem Krankenhaus oder einer ähnlichen Institution eingerichtet werden (siehe 2/1. SchOG, II A 3 § 25).

Warum Schule im Krankenhaus?

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und Unterricht entsprechend seiner körperlichen, geistigen und psychischen Verfassung. Da Kinder durch einen stationären Krankenhausaufenthalt nicht in der Lage sind die Schule zu besuchen, muss die Schule, d. h. eine Lehrperson, zu den Kindern kommen.

Laut der "CHARTA FÜR KINDER IM KRANKENHAUS" der UNESCO, verabschiedet durch die 1. Europäische "Kind im Krankenhaus" - Konferenz in Leiden (NL) im Mai 1988, stehen jedem Kind folgende Rechte zu:

"Recht auf Chancengleichheit"
"Recht auf Schulbildung"

Durch einen längeren Krankenhausaufenthalt wäre ein Kind, dem kein Unterricht geboten würde, gegenüber den Kindern seiner Herkunftsschule benachteiligt und wäre unter Umständen sogar von einem Schullaufbahnverlust und einem möglicherweise verspäteten Berufseintritt betroffen.

Die Schule trägt außerdem durch ihre Vermittlung von vertrautem schulischem Alltag dazu bei, das Kind auf positive Weise von seiner klinischen Umgebung abzulenken und dadurch den Genesungsprozess zu fördern.

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