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Community Integration Sonderpädagogik

Aufgaben und Ziele

Ein doppelter Bildungsauftrag

Schulischer Aspekt

Vermittlung des Lehrstoffes

In entspannter Atmosphäre wird der Lehrstoff nach allen Lehrplänen des Pflichtschulalters (Volksschule, Hauptschule, Polytechnische Schule, alle Sparten der Sonderschule, AHS-Unterstufe) in differenzierender und individualisierender Weise vermittelt.
Für Schüler und Schülerinnen der AHS-Oberstufe übernimmt die Heilstättenschule im Bedarfsfall die Vermittlerrolle zwischen den klinischen Einrichtungen und den Landesschulräten.

Individuelle Gestaltung des Unterrichts

Die Belastbarkeit der Schüler und Schülerinnen wird im Gespräch mit Ärzten und Ärztinnen, Therapeuten und Pflegepersonal und mit den Erziehungsberechtigten abgeklärt.
Die Unterrichtsmaterialien, die Unterrichtsmethoden und die Dauer des Unterrichts werden dementsprechend modifiziert und auf das Kind abgestimmt. 

Kontakt zu den Herkunftsschulen

Die Herkunftsschulen der Schüler und Schülerinnen werden kontaktiert, um den Leistungsstand festzustellen und den Lehrstoff und eventuelle Tests und Prüfungen zu koordinieren. Dabei werden die technischen Möglichkeiten von Telefon, Fax und immer öfter auch E-Mail genützt.
Gemeinsam mit den Lehrkräften der Herkunftsschulen werden spezielle Programme erstellt, die der Leistungsfähigkeit der Schüler und Schülerinnen angepasst sind. 

Leistungsfeststellung

Da in der Heilstättenschule Prüfungen und Schularbeiten durchgeführt werden können, werden diese in Zusammenarbeit mit den Herkunftsschulen vorbereitet. Die Benotung nimmt nach Absprache entweder die Herkunftsschule unter Einbeziehung von Notenvorschlägen oder die Lehrkraft der Heilstättenschule vor. Die Heilstättenschule stellt in Einzelfällen auch Zeugnisse aus.

Beratung von Schülern und Schülerinnen und Erziehungsberechtigten

Die Schüler und Schülerinnen und Erziehungsberechtigten werden über die Aufgaben und Ziele der Heilstättenschule, über den Ablauf des Unterrichts und über Anlaufstellen für schulische und rechtliche Fragen genauestens informiert.

Zusammenarbeit mit Institutionen

Bei den psychiatrischen Behandlungsformen oder der Onkologie wird die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Institutionen wie Schulbehörde, Jugendanwaltschaft, Jugendamt, Jugendheimen, verschiedene unterstützende Vereine, oder die Rehabilitationsabteilungen der Landesregierungen häufig nötig.
Die Zusammenarbeit mit diesen Institutionen wird auch genützt, um ältere Schüler und Schülerinnen bei der Berufsfindung zu unterstützen. 

Ziele

Oberstes Ziel in schulischer Hinsicht ist es, den Schülern und Schülerinnen den Wiedereinstieg in ihre Klassen wesentlich zu erleichtern und ein Wiederholen der Schulstufe nach Möglichkeit zu vermeiden. Einer der großen Vorteile der Heilstättenschule ergibt sich durch das Arbeiten in Kleingruppen. Die Heilstättenlehrkräfte können Lerndefizite der Schüler und Schülerinnen rasch erkennen und gezielte Förderangebote entwickeln.

Heilpädagogischer Aspekt

Vermittlung von Geborgenheit

Die ungewohnte Kliniksituation, Angst vor Schmerzen und Operationen, die Trennung von Zuhause und von der vertrauten Umgebung flößen dem Kind oft große Furcht ein und führen zu starken emotionellen Belastungen wie Niedergeschlagenheit und Heimweh. Den Lehrkräften der Heilstättenschule ist es ein großes Anliegen, das Kind in seiner Gesamtheit zu erfassen und ihm in dieser schwierigen Situation Hilfestellung zu leisten.

Individuelle Zuwendung

Heilstättenlehrkräfte werden durch ihre besondere Stellung innerhalb des klinischen Geschehens oft zur engen Kontaktperson. Sie trösten die Kinder, muntern sie auf und versuchen auf spielerische Art, ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufzubauen und ihren Mut und ihre Hoffnung zu stärken und sie von der klinischen Umgebung abzulenken. Sie bringen ein Stück des gewohnten Alltagslebens in das System Krankenhaus.

Weitere Kontaktpflege

Heilstättenlehrkräfte sind den Patienten und Patientinnen behilflich, den Kontakt mit ihren Erziehungsberechtigten, Geschwistern und Schulkameraden und Schulkameradinnen aufrecht zu erhalten. Dort wo ein Internetzugang vorhanden ist, können die Kinder direkt mit ihren Klassenkameraden und Klassenkameradinnen in Verbindung treten, "chatten" oder sich spannende Lernmaterialien "herunterladen". Dadurch fühlen sie sich einerseits weniger isoliert und haben andererseits ein erweitertes Lernangebot, das zugleich Spaß macht, ablenkt und ein selbstständiges Arbeiten ermöglicht.

Leistungsstärkung

Die schulische Leistungsfeststellung rückt vor dem Zustand des Kindes oft in den Hintergrund. Es ist aber wichtig, für das emotionelle Wohlbefinden des Kindes, nicht seine Grenzen zu betonen sondern ihm, natürlich ohne Druck, seine Möglichkeiten, doch etwas leisten zu können, zu zeigen.

Beratung von Schülern und Schülerinnen und Erziehungsberechtigten

Neben der schulischen Beratung stehen Heilstättenlehrpersonen auch für Gespräche mit den Schülern und Schülerinnen und Erziehungs- berechtigten und deren Sorgen und Anliegen zur Verfügung.

Zusammenarbeit mit Institutionen

Heilstättenlehrpersonen stehen im Bedarfsfall den Schülern Schülerinnen und Eltern mit Beratung und Begleitung helfend zur Seite, z.B. auch dann, wenn Kontakte zu Behörden, Ämtern, Heimen oder anderen Einrichtungen hergestellt werden sollen.

Ziele

Oberstes heilpädagogisches Ziel ist es, das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen durch die Bewältigung schulischer Anforderungen zu stärken. Es ist auch sehr wichtig, die Kinder bzw. Jugendlichen genau zu beobachten, um möglicherweise verborgene Ängste zu identifizieren und sie gemeinsam mit ihnen in geeigneter Form aufzuarbeiten.

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