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Community Integration Sonderpädagogik

AVWS - Hilfe für Eltern

Empfehlungen

  • Kompensatorische Lernstrategien können dem Kind das Üben erleichtern, indem beispielsweise Merkwörter oder –texte visuell eintrainiert werden.
  • Tägliche Gespräche sind wichtig. Zeit, welche man gemeinsam mit dem Kind verbringt genießen und beim Gespräch bewusst auf Blickkontakt und ruhiges Zuhören achten.
  • Gesprächsregeln beachten, sodass nur einer spricht und der andere zuhört.
  • Das Mädchen/der Bub soll genügend Zeit und Raum zum Erzählen haben.
  • Sprechverhalten:
    langsames Sprechtempo
    bewusst Pausen zwischen den Sätzen machen
    sprachliche Äußerungen vereinfachen, indem keine sehr langen, verschachtelten Sätze verwendet werden
    deutliches Sprechen
    Die Sprachmelodie bei Aussagen, Fragen und Aufforderungen erleichtert das Verstehen von Gesagtem.
  • Gegenstände und tägliche Handlungen im Alltag sollen mit Sprache begleitet werden. Bei solchen Tätigkeiten soll das Kind direkt angesprochen werden.
  • Positiv auf die Tochter/den Sohn eingehen und Verständnis für ihre/seine Schwächen zeigen.
  • Anweisungen sollen kurz und einfach sein.
  • Dem Mädchen/dem Buben Zeit geben, um Aufgaben Schritt für Schritt erledigen zu können.
  • Das betroffene Kind soll dazu ermutigt werden, nachzufragen, wenn es etwas nicht verstanden hat.
  • Lob ist wichtig, denn Fehlerbetonung oder der Vergleich mit anderen Kindern ist frustrierend.
  • Zumeist ein Kind, welches AVWS hat, nach dem Unterricht sehr müde und braucht Zeit und Ruhe zum Entspanne und Abschalten.
  • Eine günstige Raumakustik und die Vermeidung von Neben- und Störgeräuschen verbessert die Wahrnehmung und Verarbeitung gesprochener Sprache.
  • Kleinste Nebengeräusche, wie beispielsweise das Geräusch des Geschirrspülers, Lärm von der Straße, Radiomusik, Klopfen an Tisch und Fenster, etc..., lenkt das Kind ab. Daher ist ein ruhiger Arbeitsplatz sehr wichtig.
  • Ein Mädchen oder Bub, welches/welcher AVWS hat, wirkt als wäre es/er schwerhörig. Es/Er scheint mit den Gedanken abwesend zu sein oder man hat den Eindruck, dass es/er nicht zuhören will, weil Gesagtes wiederholt werden muss.
  • Eine Vereinbarung von konsequenten Regeln, auf welche sich das Kind und auch die Eltern verlassen können, ist hilfreich.
  • Es wird geraten, den TV-und Computerkonsum zu reduzieren, denn auditive und visuelle Informationen werden in den Sendungen häufig komprimiert und zu schnell dargeboten. Entwicklungsprozesse, wie unter anderem jener der Sprachentwicklung, werden nachweislich gehemmt.
  • Digitale Tonaufnahmen, wenn die Tochter/der Sohn einen Text spricht oder vorliest, ermöglichen beim anschließenden Anhören eine gute Rückmeldung über das eigene Sprechen (Rosenkötter, H., 2003, S.218, f.; Lindauer, M. et al, S.87 und beiliegende CD).

Zeigen sich zusätzliche Schwierigkeiten in anderen Bereichen - beispielsweise wie der Sprachentwicklung, der emotionalen Befindlichkeit, motorische Defizite oder Verhaltensauffälligkeiten - ist es wichtig, die Eltern über andere zusätzliche schulische Fördermöglichkeiten (z.B. die Inanspruchnahme einer Beratungslehrerin/eines Beratungslehrers, einer Sprachheillehrerin/eines Sprachheillehrers, einer Lehrerin/eines Lehrers für spezifische Lernförderung bei Legasthenie oder Dyskalkulie) oder einer außerschulischen Beratungs- bzw. Therapiemöglichkeiten (z.B. Logopädie, Ergotherapie, Schulpsychologie, Psychotherapie, Lerntherapie,...) zu informieren und gegebenenfalls gemeinsam mit den Eltern ein Vernetzungstreffen mit den oben angeführten Stellen zu vereinbaren.

"Eine enge Kooperation mit weiteren Beteiligten, wie beispielsweise Lehrern, Therapeuten, Ärzten, Akustikern,... ist oft notwendig und hilfreich." (Landauer, M., et al, 2009, S.87)

Ölkreidenmalerei - Verschiedenfarbige, schuppenförmig angeordnete Flächen